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Alfa Romeo 156

 

Der Alfa 156 gilt als Schlüsselmodell zum wieder erstarkten Markterfolg von Alfa Romeo, nachdem
die Marke nach der Übernahme durch Fiat 1986 mit den neuen Modellen zunächst stagnierte.
Bereits zwei Jahre nach der Markteinführung machte der 156 über 50 Prozent der gesamten
Alfa
-Produktion aus.

Verantwortlich für das Design war Walter Maria de’Silva, der u. a. später den Seat Leon sowie den
Audi A5 gestaltete. Mit dem Alfa 156 nahm de’Silva ein für Alfa Romeo typisches Designelement aus
den 1950er Jahren wieder auf, indem er den mittleren Teil des Kühlergrills tief nach unten zog und
das Kraftfahrzeugkennzeichen asymmetrisch platzierte. Gänzlich neu waren die in die Dachsäulen eingelassenen Griffe der hinteren Türen, die dem Viertürer die Anmutung eines Zweitürers geben.

Der Alfa 156 JTD war das erste Diesel-Fahrzeug, welches mit einer Common-Rail-Einspritzung
ausgestattet wurde. Ab dem Facelift im Jahr 2002 gab es die Ausstattungsvarianten Impression,
Progression
und Distinctive

Der Alfa 156 sollte ursprünglich im Jahr 1998 auf den Markt kommen, für den größeren Typ 166 war
ein Start im Jahr 1997 vorgesehen. Da jedoch die Verkaufszahlen bei Alfa Romeo alarmierend
einbrachen, wurde die Entwicklung des Typs 166 vorübergehend gestoppt und alle verfügbaren
Kapazitäten eingesetzt, um den Verkaufsstart des 156 auf das Jahr 1997 vorzuziehen.

Der 156 (intern als Typ 932 bekannt) erschien dann auch im September 1997 als Nachfolger des
Alfa 155 als viertürige Stufenhecklimousine, zunächst mit Benzinmotoren von 1,6 bis 2,5 Litern
Hubraum (88 bis 140 kW) und Common-Rail-Dieselmotoren mit 1,9 respektive 2,4 Litern Hubraum
(77 und 100 kW).

Beim Serienanlauf war aber nur ein eingeschränktes Modellangebot lieferbar. So konnten beispiels-
weise die Diesel-Modelle zwar bestellt werden, wurden aber erst im Frühjahr 1998 ausgeliefert. Auch zahlreiche Ausstattungsmerkmale wie die Lederpolster waren zwar bestell-, aber nicht vor Frühjahr
1998 lieferbar. Es wurde auch darauf geachtet, dass anfangs nicht zuviele Fahrzeuge in Kundenhand gelangten, so dass mit der bewusst groß gehaltenen Flotte von Vorführfahrzeugen Erfahrungen unter Kontrolle des Händlernetzes gesammelt werden konnten.

Der Alfa 156 bekam in der Presse anfangs ein sehr positives Echo. So wurde von der Zeitschrift
„auto motor und sport“ eine 1.8-Liter-Ausführung getestet, die bergab eine Höchstgeschwindigkeit
von 244 km/h erreichte, was im Test sehr lobend und als für die Hubraumklasse phänomenal
erwähnt wurde. Dieses Echo trug auch dazu bei, dass der Alfa 156 anfänglich sehr gute Verkaufs-
zahlen erreichte und es in die Rangliste der 50 meistverkauften Fahrzeuge in Deutschland schaffte,
was lange Zeit keinem Alfa gelungen war.

Die frühen Exemplare wiesen jedoch aufgrund der überhasteten Produktionseinführung deutliche Qualitätsmängel auf. Wassereinbrüche in den Türen und am Unterboden, undichte Heckscheiben, festgehende Vorderachslenker, defekte Servolenkungen und ausfallende ABS-Sensoren plagten viele
der ersten Exemplare. Alfa Romeo reagierte schnell und stellte für die meisten Mängel zügig Abhilfe
bereit, die im Wege von Garantieleistungen oder großzügiger Kulanz geleistet wurde. Dennoch
schädigten diese Mängel bereits früh das Image der Fahrzeuge. Dazu kam noch kurz nach dem
Serienanlauf eine vom KBA verordnete Rückrufaktion, weil die Gefahr bestand, dass wegen
korrodierter Türscharniere bei einem Unfall die Türen aus den Autos herausfielen.

Auch wurden in der Anfangszeit in kurzen Abständen neue Versionen der Software für die Motor-
steuerung entwickelt, da die Motoren zu starkem Kaltstartruckeln neigten. Da speziell auf dem
deutschen Markt die Motoren auf langen Autobahnstrecken mit zu hohen Drehzahlen betrieben
wurden, wurde auch die Abregeldrehzahl deutlich gesenkt, um das Defektrisiko zu verringern.

Alfa Romeo schob bereits im Herbst 1998 eine deutlich verbesserte Version des 156 nach, die ein
weicher abgestimmtes Standardfahrwerk hatte, um das Stuckern der Vorderachse auf Querfugen zu reduzieren, und zahlreiche Detailverbesserungen zur Qualitätssteigerung aufwies.

Im Mai 2000 kam nach etwa sechsjähriger Abstinenz mit dem 156 Sportwagon wieder ein Kombi von
Alfa Romeo auf den Markt. Im Unterschied zu den meisten anderen Kombis ist er nicht länger als die Limousine, sodass er genauso handlich ist, jedoch keinen sonderlich großen Laderaum bietet.

Ebenfalls im Frühjahr 2000 wurden die Ergebnisse des ersten NCAP Crashtests des Alfa 156
veröffentlicht. Sie waren außerordentlich schlecht. Dieses verheerende Crashtest-Ergebnis und
die nachfolgenden Diskussionen um das Thema Unfallsicherheit, insbesondere im Konkurrenz-
vergleich, haben dem Alfa 156 vor allem auf dem extrem sicherheitsfixierten deutschen Markt sehr
geschadet und die Verkaufszahlen reduziert. An diesem Punkt konnte bis zum Ende der Modelllaufzeit
des Alfa 156 nichts mehr geändert werden; obwohl die Anzahl der verbauten Airbags kontinuierlich
zunahm, blieb die Grundsicherheit des Fahrzeugs aufgrund der ungenügenden Karosseriefestigkeit vergleichsweise schlecht.

Ab September 2001 leisteten die beiden Dieselmotoren 85 beziehungsweise 110 kW, da ihre
Turbolader
ab diesem Zeitpunkt mit einer variablen Turbinengeometrie ausgestattet waren. Zeitgleich
wurde auf der IAA in Frankfurt der sportliche 156 GTA mit Sechszylindermotor vorgestellt (siehe unten).
In Deutschland wurde dieses Modell ab April 2002 verkauft.

Im März 2002 erfolgte ein leichtes Facelift (neue Felgen, Spiegel und Stoßleisten in Wagenfarbe, neue Mittelkonsole, Kopfairbags serienmäßig in allen Modellen), neuer 2-Liter-Benzin-Direkteinspritzer mit
122 kW (166 PS) ersetzte den bisherigen 2.0 Twin Spark, 2,4-Liter-Diesel leistete jetzt dank optimierter Elektronik 110 kW (150 PS). Ab Ende 2002 war der 1,9-Liter-Diesel mit Vierventiltechnik und 103 kW
(140 PS) zu erwerben. Kurz vor dem Modellwechsel wurde die Leistung auf 110 kW (150 PS) angehoben, einen Dieselrußpartikelfilter gab es für den 156 nicht. Dieser wurde erst beim Nachfolger eingeführt.

 

Andreas "Selo" Selonke  | selo@seloracing.de