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Ducati ST3

 

Für 12945 Euro bot Ducati den Sporttourers ST3 mit wassergekühltem, aktuell 107 PS starkem Dreiventilmotor an.

Die Beine schmiegen sich wie von selbst um den für perfekten Knieschluss geformten Stahltank.
Und die Sitzbank saugt dich geradezu an. Entgegenkommend recken sich die Lenkerstummel in die Höhe. Sie ließen sich auch bis zu zwei Zentimeter tiefer anklemmen, doch wozu? Lieber erhaben den Ausblick und in dieser Sitzposition genau das richtige Maß von Zug an der Wirbelsäule genießen.

Bequem hat man die vollgetankt 235 Kilogramm schwere Duc im Griff, schöpft vom ersten Meter an großes Vertrauen. Der Desmo-V2 ist sofort bei der Sache. Er startet spontan, vollelektronisch geregelt. Für 2006 erhielten beide ST3-Typen als erste Ducatis überhaupt Lambdasonde und geregelten Kat. Sauber. Mächtig schiebt der 992 cm³ große Zweizylinder an. Ein Traum von einem Twin. Dreht frei aus und zieht trotz langen sechsten Gangs
souverän durch. Bei Tachoanzeige 200 rotiert die Kurbelwelle weniger als 7500-mal.

Und selbst oberhalb dieser Marke – die ST3 läuft 230 km/h – hält sich der kultivierte V2 mit Vibrationen vornehmer zurück als Literaten beim Interview. Ganz schön stramm: die Handkraft der hydraulisch betätigten Trockenkupplung.

Vollflächig schirmt der hohe Vorbau den Rumpf ab, ein
dynamischer Pfeil auf rundem Unterbau. Diese Verkleidung stanzt ein Riesenloch in den anstürmenden Fahrtwind, zirpt bei niedertourigem Gasaufreißen jedoch wie eine Grille und schüttelt sich dann stärker als ein nasser Pudel, so dass die gegen toten Winkel asphärisch geformten Spiegel nur noch zittern. Ansonsten erinnert die ST3 an die Werbung für Jever Pils: kein Stress, keine Hektik. Aber sie hat auch das Potenzial, Supersportler zu jagen. Und zwar nicht erst auf Langstrecke oder im Soziusbetrieb.

Heia, dieses Motorrad lässt sich schön handlich dirigieren. Links, rechts und zurück. Die Welt ist eine Kurve! Einfach toll. Fantastisch ist der Grip der
sportlichen Michelin Pilot Power. Nässe, Kälte? Niente problema. Die Gummis haften bis in tiefe Schräglagen wie der Teufel.

Nichts zu meckern gibt es an der Ausstattung. Es ist alles an Bord, was den Umgang mit der Italienerin, erleichtert: Steckdose, gutes Licht, klappbarer Hebel zum einfachen Aufbocken auf den Hauptständer, Wegfahrsperre,
serienmäßiges Bügelschloss unter der Sitzbank, intelligenter Bordcomputer und Koffer – die allerdings gegen happige 738 Euro Aufpreis. Jene sind très chic, doch wegen lackierter Oberflächen kratzempfindlich und nicht allzu geräumig: Sie schlucken keinen Integralhelm. Nett: Bei demontierten Koffern kann man die Auspufftöpfe zugunsten von mehr Schräglagenfreiheit höher setzen.
Somit fährt sie selbst auf Rennstrecken nicht wie im Exil...

Andreas "Selo" Selonke  | selo@seloracing.de